ZwischenZeitZentrale Bremen

Herzlichen Glückwunsch, Kukoon! 25 Monate und weitere 15 Jahre.

Eintrag von am 21.02.2017

Kukoon im Mai 2016

Das Ende des Zwischennutzungsexperiments „Kultureinrichtungshaus Dete“ im Jahr 2014, löste eine Menge mutiger kultureller Nachfolgeprojekte in der Bremer Neustadt aus. Darunter das Kukoon, welches von einer Kerngruppe von 10 Menschen, die zum Teil bereits in der Dete mitgewirkt hatten, im darauffolgenden Jahr eröffnet wurde. Die ZZZ unterstützte die Gründung des „Kukoon–Kulturkombinat offene Neustadt“ vor rund zwei Jahren in der Startphase mit 3.000,00 Euro.  Das Kollektiv hatte sich zum Ziel gesetzt, sich gemeinsam für Kultur, Kommunikation und Kulinarisches in der Bremer Neustadt einzusetzen. Mit Erfolg: Die bisher 390 Veranstaltungen (Kinoabende, Lesungen Konzerte, Tanz, Diskussionsrunden etc.) erreichten von Eltern mit Kindern, über Studierende und Geflüchtete bis hin zu SeniorInnen ein breites Publikum.

Auch das vielfältige kulinarische Angebt wird gut angenommen. Auf der Speisekarte stehen undogmatisch biologische, meist vegane und immer vegetarische Gerichte. Zudem wurden die Räume des Kukoon von 100 externen Gruppen für Tagungen, Seminare oder Workshops temporär genutzt. Innerhalb von nur 25 Monaten hat sich die Zwischennutzung über die Nachbarschaft hinaus so erfolgreich etabliert, dass das Kollektiv nun eine Hauptnutzung anstrebt. Für den Kauf der Gewerbefläche von 350 Quadratmetern sind die BetreiberInnen bereits mit verschieden Banken im Gespräch, um einen Kredit aufzunehmen, der innerhalb von 15 Jahren abbezahlt werden soll. Den nötigen Eigenanteil werden sie aus ihrem Privatvermögen beisteuern.

Dem Kollektiv ist nicht nur der Aufbau eines soziokulturellen Zentrums, sondern auch das Erproben eines auf Gemeinnützigkeit basierenden alternativen Arbeitsmodells gelungen. Das Kukoon steht für flache Hierarchien, transparente Strukturen, kollektive Entscheidungen und ein solidarisches Miteinander. Neun der 22 MitarbeiterInnen können inzwischen von ihrer Arbeit leben, zehn haben einen Minijobvertrag und drei arbeiten als Honorarkräfte. Unabhängig von ihrer Tätigkeit wird allen Mitgliedern der gleiche Lohn ausgezahlt. Der komplette Gewinn fließt wiederum in die laufenden Veranstaltungen und Projekte und soll allen interessierten Menschen die Möglichkeit geben, am Programm teilzuhaben oder sich selbst einzubringen.

Bis März 2017 muss der Kauf der Gewerbeeinheit des Erdgeschosses bewilligt werden, da dann die Frist des Vorkaufsrechts, welches dem Kollektiv bei der Anmietung zugesprochen wurde, abläuft. Bis Herbst 2017 sind außerdem Umbauten, unter anderem zur Verbesserung der Akustik, Vergrößerung der Bühne und Modernisierung der technischen Ausstattung, angesetzt. Hierfür werden zusätzliche 100.000,00 Euro benötigt, die durch eine Crowd-Funding-Aktion im Frühjahr 2017 abgedeckt werden sollen. Text: Judith Reischmann (c) 2017

Wir sind von der Entwicklung des Kukoons begeistert und drücken die Daumen!